PFLICHTTEIL


Der Pflichtteil besteht in der Hälfte des Wertes des gesetzlichen Erbteiles. Ein entstandener Pflichtteilsanspruch ist vererblich und an Dritte übertragbar. Bei Zugewinngemeinschaft läge eigentlich eine erhöhte Erbquote nach 1371 BGB vor, diese bleibt bei Enterbung außer Betracht. Der enterbte Ehegatte müsste neben seinem Pflichtteil von nur 1/8 zusätzlich den konkreten Zugewinnausgleich verlangen.

Der Pflichtteil ist mit einem umfassende Bestandsverzeichnis des Nachlasses geltend zu machen, das ebenfalls möglicherweise ausgleichspflichtige Zuwendungen wie auch Schenkungen beinhalten muss.

 

Der Erblasser kann aber sogar diesen Pflichtteil entziehen, wenn der Abkömmling

  1. dem Erblasser, dem Ehegatten des Erblassers, einem anderen Abkömmling oder einer dem Erblasser ähnlich nahestehenden Person nach dem Leben trachtet;

  2. sich eines Verbrechens oder eines schweren vorsätzlichen körperlichen Vergehens des Erblassers oder des Ehegatten, von dem er selbst abstammt, schuldig gemacht hat;

  3. sich eines Verbrechens oder eines schweren vorsätzlichen Vergehens gegen eine der in Nummer 1 bezeichneten Personen schuldig macht;

  4. die ihm dem Erblasser gegenüber gesetzlich obliegende Unterhaltspflicht verletzt oder

  5. wegen einer vorsätzlichen Straftat zu einer Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr ohne Bewährung rechtskräftig verurteilt wird und die Teilhabe des Abkömmlings am Nachlass deshalb für den Erblasser unzumutbar ist. Gleiches gilt, wenn die Unterbringung des Abkömmlings in einem psychiatrischen Krankenhaus oder in einer Entziehungsanstalt wegen einer ähnlich schwerwiegenden vorsätzlichen Tat rechtskräftig angeordnet wird.